Allgemein Lifestyle

Was passiert außerhalb der Wohlfühlzone?

6. August 2015

‚Just believe in it! You can do this! Don’t be afraid to fail! If you really want it, you can do it!‘, hat mir vor ein paar Tagen ein Uber Fahrer gesagt. Anfangs fand ich es witzig, weil er es mit einer unglaublichen Überzeugung und Energie gesagt hat. Immer wieder hat er wiederholt ‚Okay? Tell me you believe in yourself!‘ Jetzt, zirka eine Woche später, realisiere ich erst, wie recht er eigentlich hatte.

Ich war schon immer eine Person, die sich ihre eigene kleine Fantasiewelt vorgestellt hat, in der man alles tun und machen kann, was man will. Ohne sich darüber Gedanken machen zu müssen, was andere von einem halten oder welche Probleme auftreten könnten.

Man träumt immer davon, was man ‚irgendwann‘ mal machen will und was man tun ‚könnte‘ um seine Träume zu verwirklichen. Aber meistens verwirft man diese Idee gleich wieder, weil es unmöglich, zu spontan, zu übertrieben oder zu riskant scheint.

Was man dabei vergisst, ist, dass einem viele wunderschöne Momente im Leben entgehen, wenn man sich immer nur in der eigenen Wohlfühlzone befindet. Hätte ich damals mit 15 nicht die verrückte Idee gehabt, für ein halbes Jahr nach Amerika zu fliegen, um dort in die Schule zu gehen, hätte ich einiges im Leben nie erlebt: Ich würde jetzt nicht ’so gut‘ englisch sprechen, ich hätte viele meiner jetzigen Freunde nie kennengelernt und der wichtigste Punkt: Ich hätte nie begonnen, YouTube Videos zu filmen.

Die besondersten Momente und Ereignisse im Leben entstehen durch Spontanität – wenn man mal verrückt ist, über seinen eigenen Schatten springt und den inneren Schweinehund überwindet. Habt ihr es jemals bereut, den inneren Schweinehund überwunden zu haben?

Erst letztens hatte ich wieder so einen was-wäre-wenn-ich-das-jetzt-nicht-gemacht-hätte-Moment. Ich war mit meinen beiden Geschwistern und meinem Papa in Tirol auf Action-Urlaub und das erste action-reiche Erlebnis stand am Programm: Bei 12 Grad um 9 Uhr morgens in einen eiskalten Bach springen. Wir hatten die Nacht in einem Tipi verbracht und das letzte, was ich nach einer solchen Nacht tun wollte, war, mir einen nassen Neoprenanzug anzuziehen und in einen Bach zu springen. Ich muss zugeben: Ich wollte das ganze schon absagen und wieder in meinen Schlafsack kriechen. Zum Glück hab ich das nicht gemacht! Es kostete mir etwas Überwindung – oder besser gesagt sehr viel Überwindung – aber das Erlebnis war unbezahlbar! Ich sehe meine Geschwister nur sehr selten und diese paar Stunden in dem eiskalten Bach, umgeben von atemberaubend schönen Bergen, kann ich jetzt zu den schönsten meines Lebens zählen. Was wäre nur, wenn ich wieder in den Schlafsack gekrochen wäre? Klar, mir wäre warm gewesen und ich hätte weiterschlafen können, während ich davon träume, was ich ‚irgendwann‘ mal ‚irgendwie‘ erleben will.

Ein Bonus vom ‚über den eigenen Schatten springen‘ ist, dass man danach unglaublich stolz auf sich selbst ist.

Man ist erleichtert, dass man dem inneren Schweinehund einen tritt in den Allerwertesten verpasst hat und kann sein Horizont um einiges erweitern.

Was wäre also, wenn Thomas Edison zu faul gewesen wäre, für Licht zu sorgen? Wenn eine unbekannte Person nie versucht hätte, einen Gegenstand zu erfinden, mit Hilfe dessen man trotz Sehschwäche sehen kann? Was wäre, wenn Johannes Gutenberg lieber 3 Stunden länger im Bett liegengeblieben wäre, als seitenweise Papier zu bedrucken? Wir wären halb-blinde Analphabeten, die im dunkeln sitzen.

Okay, das war jetzt vielleicht zu weit hergeholt, aber ich glaube ihr versteht, worauf ich hinauswill.

Wenn ihr euch also unbedingt bei diesem supercoolen Unternehmen bewerben wollt, aber immer Angst davor hattet, abgelehnt zu werden…

Wenn ihr das Gefühl habt, mehr von der Welt sehen zu wollen, aber nie wirklich angefangen habt zu sparen…

Wenn ihr schon immer mal im Ausland leben wolltet, euch aber die Sorge zurückgehalten hat, es nicht zu schaffen…

dann kann ich euch eines sagen: Versucht es! Was ist das schlimmste das passieren kann? Wovor habt ihr Angst? Was hält euch zurück? Die Richtige Antwort wäre: „Nichts!“

Mein Appell an euch ist es also, HEUTE den inneren Schweinehund zu überwinden. Nicht morgen, nicht ‚irgendwann‘. Stellt euch die Frage: Was wollte ich schon immer mal machen? Was habe ich bis jetzt immer bis in die hinterste Ecke meines Gehirns verdrängt? Worauf habe ICH Lust? Und tut es einfach! 

Mich würde es freuen, wenn ihr mir eure Gedanken zu diesem Thema in den Kommentaren mitteilen würdet! Und sagt mir auch gleich, was ihr schon immer mal machen wolltet!

Alles Liebe,

eure Anna

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10 Comments

  • Reply Eva 6. August 2015 at 19:50

    Ich habe so viele Dinge, die ich immer tun wollte, bzw. irgendwann mal tun will… was mich derzeit noch irgendwie davon abhält sind Dinge wie Geld, oder dass ich das Gefühl habe, es ist noch nicht der richtige Moment dafür… Aber du hast zu 100% Recht! Und ich hab mir jetzt fest vorgenommen, spontaner zu sein, mehr zu wagen und in gewisser Hinsicht weniger über alles nachzudenken!
    Toller Post!
    Liebe Grüße
    Eva

  • Reply Stefanie 6. August 2015 at 21:20

    Ich finde diesen Text so wunderschön und wahr! Ich sitzte selber gerade in Irland, am Anfang (naja mittlerweile 1 Monat) von meinem größten Abenteuer bisher – 1 Jahr Au Pair! Und ich bereue absolut nicht, es endlich gewagt zu haben und bin jetzt schon sicher das dieses Jahr – mit Höhen und sicher auch Tiefen – eines der besten Jahre meines Lebens sein wird!

  • Reply Christl 6. August 2015 at 21:31

    Ich war grad in so ner typischen Gedankenblase, da ich schon mega lang (8 Monate ungefähr) einen Blog starten möchte und so meine vielen Ideen und mein Interesse, meine Leidenschaft teilen will, doch dieser innere Schweinehund hat mich immer davon abgehalten. Dein Post hat meine Gedankenblase unterbrochen und mir den Willen gegeben mir diesen Traum zu erfüllen!
    Danke Anna, für alles, du bist so eine große Inspiration für mich, ob jetzt in deinen Blogs oder in deinen Videos. Und nu dazua bisd a Österreicherin ;)

  • Reply Carina 20. August 2015 at 14:45

    Wow! Unglaublich inspirierende Worte, danke!

  • Reply Janine 26. August 2015 at 23:07

    Liebe Anna.
    ich sah dein Video über deinen Kurzurlaub in Tirol.
    & da wusste ich, 2016 will ich da auch hin.
    2 Wochen später erfuhr ich, dass es nicht 2016 stattfinden wird sondern SOFORT.
    Vor einer Woche kam ich zurück, und ich hab noch nie sowas TOLLES erlebt.
    Ich musste mich sooo sehr überwinden, doch wer hätte jemals von mir gedacht, dass ich mal von einem Dach, auf einen Luftpolster springe oder mit einem Zipfelbob über eine Rampe ins Wasser fliege.
    Nach diesem Erlebnis gings direkt weiter in einen Neoprenanzug auf den Inn.
    Und NIEMALS dachte ich, dass ich mich auf die Anweisung „Tequila“ in den 8 Grad kalten Fluss stürze.
    Liebe Anna, wenn du das liest, VIELEN DANK dass du durch dein Video, meine Leidenschaft für Action erweckt hast.
    DANKE

  • Reply Anna 26. August 2015 at 23:40

    Danke danke für den wunderschönen und inspirierenden Blogpost!
    Am Samstag startet das bis jetzt größte Abenteuer in meinem Leben: Ich gehe für 7 Monate auf eine High School in England!! Ich hoffe ich kann dort meinen inneren Schweinehund überwinden und mich trauen, Englisch zu sprechen, auch wenn meine Sprachkenntnisse echt nicht gut sind. Außerdem möchte ich viele Dinge erleben, und zwar heute und nicht morgen oder übermorgen! Das wird bestimmt eine tolle Zeit – aber eben nur, wenn ich mich überwinde und etwas mache, ich mich traue, neues zu erleben.
    Du hast mich dazu gebracht, so zu denken. Danke dafür!! <3

  • Reply Hanna 28. August 2015 at 22:19

    Wow, was für ein Post! Ich bin begeistert. Deine Motivation werde ich sofort morgen früh mitnehmen, jetzt lege ich mich nämlich schlafen.
    Ich will es schaffen, wieder regelmäßig Sport zu treiben, nächstes Jahr wieder auf Sprachreise gehen und meinen ersten Job bekommen.
    xoxohanna

  • Reply Julia 1. September 2015 at 21:34

    Vielen Dank Anna! Das sind diese Texte von unglaublich inspirierenden Menschen die auf meiner Wand hängen. Es ist unglaublich wie du mit diesen Worten umgehen kannst. Es motiviert mich vorallem dazu Dinge auf meinen Listen so schnell wie möglich abzuhacken und Platz für neue zu machen. „Dream big“ wie es immer heißt, doch nun werde ich dieses Zitat erweitern „Dream big and do soomething great“.
    Mit freundlichen Grüßen, Julia

  • Reply Ari 6. September 2015 at 0:47

    WOW!!
    ich kann nur eins sagen: DANKE!
    Der Text war so wunderschön und wahr.. Du bist so eine Inspiration für so viele Menschen, bleib so wie du bist :)

  • Reply Claudia 6. September 2015 at 15:21

    Hallo Annalaurakummer und Follower,

    ich tue endlich das was ich seit der fünften Klasse immer wollte, nämlich mit Kindern arbeiten. Ich mache ein freiwilliges soziales Jahr in einer Kita und ich bin so happy darüber. Kann nur zustimmen was Anna geschrieben hat. Tut was ihr immer tun wolltet und versucht es einfach.

    Lg aus Reutlingen in Baden-Württemberg (Deutschland)

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