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Interview: Hanna Gassner

Interview: Hanna Gassner

Photography by Marco Sommer

Als ich Hanna kennengelernt habe, wusste ich sofort, dass wir gleich ticken. Abgesehen von den Gemeinsamkeiten war da noch etwas, das mein Interesse geweckt hatte: Ihre Ausstrahlung. Sie ist die Art von Person, die das Beste in dir hervorholt und bei der du dich einfach wohl fühlst. Sie ist herzlich, lieb, ruhig und offen.

Ich bin sehr froh, dass Hanna seit ein paar Wochen Teil meines kleinen Teams ist und es freut mich auch sehr, dass ihr sie so toll “aufgenommen” habt. Warum ich Hanna gefragt habe, für mich zu bloggen? Sie hat viel Know-How in Ernährungsthemen, unterrichtet Yoga, liest unglaublich gerne und führt ein Leben (bzw. macht leckeren veganen Kuchen), von dem wir uns alle eine Scheibe abschneiden sollten. Literally.

Hier kommt ihr zu Hanna’s Blog und hier findet ihr ihr Instagram Profil.

Hanna Gassner

Anna: Hallo liebe Hanna! Stelle dich mal bitte ganz kurz vor. Wer bist du?

Hanna: Ich glaube das ist eine Frage, die ich mir mein ganzes Leben selbst auch stellen werde. Es bedarf wohl mehr als eine Einleitung in ein Interview, um so eine große Frage zu beantworten. Was definiert uns denn überhaupt?
Wie du siehst bin ich ein Mensch, der gerne philosophiert. Wenn ich mich für ein Adjektiv entscheiden könnte, welches mich beschreibt, wäre das wohl “bedacht”. Außerdem versuche ich mich am kreativen Leben und fotografiere, male, sowie besuche gerne Ausstellungen. Ich praktiziere viel Yoga, gehe klettern und bin gerne in der Natur. Kochen ist eine meiner größten Leidenschaften; zusammen kochen, essen und trinken noch mehr. Ich denke eine meiner Fähigkeiten ist es, das Leben zu genießen und das möchte ich auch weiterhin so beibehalten.

A: Ich finde, dass oft die Bücher, die wir lesen und die uns gefallen, sehr viel über uns aussagen. Welche sind deine Lieblingsbücher und warum?

H: Ich habe eine Schwäche für Kochbücher – meine Sammlung an Kochbüchern nimmt mindestens die Hälfte des Bücherregals ein! Außerdem sind einige meiner Lieblingsbücher “Der Weg des Bogens” – Paulo Coelho, “The Great Gatsby” – F. Scott  Fitzgerald, “Ethik ist wichtiger als Religion” – Dalai Lama, “Die Frau im grünen Kleid” – Cowell, “Ich bin raus” – Wringham etc.. Im Moment lese ich “ein Leben mit der Natur” von Henry David Thoreau, „Die Form der Schönheit“ von Frank Berzbach und sehr viel Poesie.

Bücher geben uns ein Potenzial an Wachstum, das wir mit wenig Geld erwerben können. Ich versuche möglichst viel Unterschiedliches zu lesen, um viele Bereiche abzudecken und viele neue Perspektiven des Lebens zu erfassen. 

A: Du bist – wie meine treuen Blogleser wahrscheinlich wissen – eine Gastbloggerin auf meinem Blog. Viele fragen sich wahrscheinlich, wie’s überhaupt dazu kam. Möchtest du kurz erzählen, wie wir uns kennengelernt haben?

H: Sehr gerne. Wir haben beide die Ausbildung zur Ernährungstrainerin an der Vitalakademie besucht und teilten die Vorliebe für pflanzenbasierte Ernährung. Aus vielen spannenden Gesprächen und gemeinsamen Interessen entstanden dann wunderbare Treffen und daraus entwickelte sich eine Freundschaft und die Möglichkeit auch zusammenzuarbeiten.

Ausbildung

A: Du hast ja die Ausbildung zur Ernährungstrainerin (auf der Vitalakademie) gemacht. Wie fandest du die Ausbildung? Hast du alles gelernt, was du dir erhofft hast? Waren auch Themen dabei, die dich weniger interessiert haben?

H: Die Ausbildung war sehr an die klassische Ernährungskunde gelehnt, kombiniert mit Diskussionen und modernen Einflüssen der bunt gemischten Gruppe. Es gab so ein großes Spektrum an Themengebieten, dass ich sogar mehr gelernt habe als erwartet. Natürlich gab es ab und zu auch Elemente, für die ich nicht so eine große Begeisterung pflegte – trotzdem waren auch die relevant und ich möchte sie nicht missen.

A: Welche Schule hast du davor besucht? Und welche weiteren Ausbildungen hast du seither gemacht?

H: Nach dem Gymnasium besuchte ich die Graphische und erlernte das Handwerk der Fotografie. Anschließend war ich an der Vitalakademie und habe die Ausbildung zur Ernährungstrainerin abgeschlossen. Nebenbei war ich in der Simply Raw Bakery als Barista, sowie in der Küche tätig. Dadurch konnte ich theoretisches Wissen mit praktischer Arbeit verbinden. Danach schloss ich die Yogalehrerausbildung in Bali ab. Im Moment mache ich ein FH-Onlinestudium im Bereich Betriebsorganisation und weiterlaufend den MBA für Gesundheitsmanagement. 

A: Hast du die Yoga Ausbildung “nur für dich” gemacht oder möchtest du auch Yoga unterrichten?

H: Nach einigen Hürden im letzten Jahr, hat mir Yoga sehr viel weitergeholfen, wieder zu mir und meiner Intuition zurück zu finden. Da ich schon sehr lange Yoga praktiziere, wurde es Zeit einen weiteren Schritt in diese Richtung zu setzen und ich habe beschlossen alleine nach Bali zu gehen, um dort die Ausbildung zur Yogalehrerin zu machen – eine Reise nur für mich. Die Wochen auf der Insel haben mein Leben verändert. Seit ich zurück bin, möchte ich auch Yoga mit vielen Menschen teilen und unterrichten.

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Ernährung

A: Ich verfolge auf Instagram immer ganz fleißig deine Stories – leider auch oft wenn ich hungrig bin (ein großer Fehler!). Wo hast du gelernt, so gut zu kochen? Gibt es irgendwelche Kochbücher oder Blogs, die du empfehlen kannst?

H: Kochen und gemeinsam Essen war in meiner Kindheit und bis heute ein sehr wichtiger Teil meiner Familie. Die Wertschätzung der Lebensmittel, sowie der Genuss in Gesellschaft war sehr hoch angesetzt. Als Kind habe ich sehr viel in der Küche meiner Großmutter und Mutter geholfen und ihnen auf die Finger geschaut. Irgendwann habe ich begonnen mehr und mehr alleine zu kochen und habe die spontane Kreativität des Kochens für mich entdeckt. Außerdem war ich einige Zeit bei “François im Vierzehnten” und in der “Simply Raw Bakery” in der Küche tätig. Ich liebe es, Anregungen in Kochbüchern oder Restaurants zu finden, aber trotzdem meiner eigenen Kreativität freien Lauf zu lassen und dann etwas Neues zu erschaffen – natürlich mit der Spannung ob es überhaupt schmeckt!

Inspiration finde ich beispielsweise bei DeliciouslyElla, Foodstories, Stadtmärchen, justinekeptcalmandwentvegan, in Kochbüchern, bei Menschen, Gegenden und Lokalen.

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A: Was sind deine momentanen Lieblingsgerichte bzw. Lieblingslebensmittel?

H: Hafermilch, Kaffee und Nüsse sind immer in meiner Küche zu finden. Ich habe zwar kein Lieblingsgericht, aber pflege eine große Begeisterung für frisches Obst und Gemüse!

Außerdem hege ich eine große Leidenschaft für Frühstück – egal zu welcher Uhrzeit. Daher habe ich auch immer hausgemachtes Granola im Regal, gefrorene Beeren und Bananen für Smoothiebowls und Kichererbsen für selbstgemachten Hummus.

A: Dank deiner Ausbildung kennst du dich ja gut mit Ernährung aus. Kannst du drei Ernährungstipps mit meinen Lesern teilen, die du befolgst?

H: 1. Balance: unter der Woche ernähre ich mich eher gesund, aber wenn ich mit Freunden und Familie unterwegs bin, entscheide ich mich nur für das auf was ich Lust habe. Es ist wichtig, sich nichts zu verbieten und keinesfalls den Spaß am Essen zu verlieren! Trotzdem ist es relevant, nicht immer über den Hunger zu essen und sich nur noch von Schokolade und Chips zu ernähren. Der Überkonsum trägt nicht nur zu vielen Krankheiten bei, sondern wir verlieren auch den Genuss und die Wertschätzung an simplen Gerichten.

2. Bewusstsein: sich ein Bewusstsein für unsere Ernährungsindustrie zu schaffen, gehört meiner Meinung nach zur Allgemeinbildung. Zu reflektieren, woher das Essen kommt, wie es hergestellt wird, wie die Bedingungen sind und was dazu beiträgt die Umwelt zu schonen und nachhaltiger zu handeln ist unglaublich relevant für unsere Gesellschaft, für uns selbst, sowie Mutter Erde!

3. Intuition: Folge deinem Bauchgefühl. Oft sagt uns der Körper ganz klar, was uns guttut und was wir brauchen. Außerdem können wir lernen immer mehr auf unseren Hunger zu hören und nicht auf Lust und Gier.

A: Zum Abschluss – bitte teile dein Lieblingszitat oder dein Lieblingsgedicht!

H: Ich muss ehrlich sagen, dass ich kein Lieblingszitat- oder gedicht habe, sondern mich sehr gerne viel mehr jeden Tag neu inspirieren lasse. Eine meiner Lieblingspoetinen der heutigen Zeit ist Rupi Kaur. Heute habe ich Folgendes von ihr gelesen:

You are a mirror
if you continue to starve yourself of love
you’ll only meet people who’ll starve you too
if you soak yourself in love
the universe will hand you those
who’ll love you too

– Rupi Kaur

 

3 Comments
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  1. 1 Monat ago

    Sehr sehr interessanter Beitrag liebe Anna! Nur vom Interview finde ich Hanna sehr sympathisch und ihren Instagram Account mag ich sowieso sehr gerne!
    Liebe Grüße, Sandra / http://shineoffashion.com
    https://www.instagram.com/sandraslusna/

  2. 1 Monat ago

    Unglaublich sympathisches Interview! Bei der Stelle, an der Hanna schreibt, “The Great Gatsby” sei ihr Lieblingsbuch, hatte sie mich schon für sich gewonnen. So wie ich das beurteilen kann, passt Hanna sehr gut zu dir und deinem Blog, liebe Anna!
    Ganz liebe Grüße
    Ruth

  3. 1 Monat ago

    Sehr sympathisches Interview mit einer – wie es scheint – sehr inspirierenden Frau. Ich bin sicher, eure Zusammenarbeit wird eine Bereicherung für uns Leser. Ich freu mich schon! Alles Liebe an euch, Anna und Hanna! :) PS: Und tolle Fotos!!